Das Buch zur Mega-Debatte: wir sprechen über Mareike Fallwickls „Und alle so still“ – ein Roman gewordener Care-Streik.
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Der Leseclub lädt zur Diskussion über ein Buch ein, das inhaltlich mutig und gesellschaftlich hochaktuell sind: Mareike Fallwickls „Und alle so still“. Der Roman stellt die Frage, wie sich Macht, Sorgearbeit und Selbstbestimmung erzählen lassen – und welche Geschichten wir dafür brauchen.
Fallwickls Großstadtpanorama über Widerspruchsgeist, Solidarität und einen möglichen Care-Streik ist die Grundlage für eine Diskussion: Eine klare Provokation – wir wollen ausloten, welchen Impact der Roman auf unsere Debatten über Gleichstellung und Arbeitswirklichkeiten hat.
„Und alle so still“ – Gegenwart in der Bewährungsprobe
Mareike Fallwickls Roman beginnt mit einem Bild, das sich einprägt: Frauen liegen reglos auf der Straße – stiller Protest. Hier kreuzen sich die Wege von drei Figuren: Elin, Anfang zwanzig, Influencerin; Nuri, neunzehn, ohne Schulabschluss, zwischen Nebenjobs; Ruth, Mitte fünfzig, Pflegefachkraft mit unerschöpflichem Pflichtgefühl. Was passiert, wenn diejenigen, die den Alltag am Laufen halten, innehalten? Prekäre Jobs, digitale Öffentlichkeit und Krankenhausroutinen prallen aufeinander. Die Frage lautet: Ist ein Care-Streik denkbar – und was würde er bedeuten? Das Buch war wochenlang auf den Bestsellerlisten.
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Mareike Fallwickl debütierte 2018 mit Dunkelgrün fast schwarz, 2019 folgte Das Licht ist hier viel heller. Die Wut, die bleibt (2022) war ein großer Erfolg bei Presse und Publikum, kam bei den Salzburger Festspielen auf die Bühne und wird fürs Kino verfilmt. Und alle so still (2024) gelangte in die Top 10 der Spiegel-Bestsellerliste und wird ebenfalls an verschiedenen Theatern inszeniert. Für Herbst 2026 ist der nächste Roman angekündigt. Mareike Fallwickl lebt im Salzburger Land und setzt sich online wie offline für Literaturvermittlung ein, mit Fokus auf weiblichen und diversen Erzählstimmen.
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Moderiert von Barbara Streidl (Ehrenvorsitzende bei Frauenstudien München e. V., Journalistin).
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Eintritt: frei, Spenden willkommen
Für die Diskussion beim Leseclub wäre es toll, wenn ihr das Buch gelesen hättet. Es ist aber keine Bedingung fürs Dabei-Sein.