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Der Mythos von Circe ist so berühmt, dass es die Figur der göttlichen Hexe sogar in den Sprachgebrauch geschafft hat: wenn jemand bezirzt wird, wird die Person umschmeichelt und verzaubert, wie es Circe in der “Odyssee” von Homer mit vielen Seefahrern gemacht hat, die ungebeten auf ihre Insel gekommen sind.
Sie ist die Tochter der Wassernymphe Perse und des Sonnengotts Helios, doch hat sie weder die Schönheit der Mutter noch die Mächtigkeit des Vaters geerbt - Circe ist irgendwie anders. Von ihrer Mutter wird sie “Falke” genannt, ihre Stimme klingt für die Götterwelt wie ein Krächzen und als ihre Verwandtschaft entdeckt, dass sie Zauberkräfte besitzt (und sich gegen das Gesetz von Vater und Onkel auflehnt) wird sie zur Strafe auf eine einsame Insel verbannt.
Madeline Miller erzählt in “Ich bin Circe” ihre Geschichte neu: aus einer feministischen Perspektive - denn Circe entwickelt nicht nur magisches Können, sondern auch Selbstbewusstsein und Widerständigkeit. Das System der Angst, die Willkürherrschaft der Götter, rufen ihren Protest hervor. Denn anders als der Rest der Götterwelt, hegt Circe Sympathien für die sterblichen Menschen und empfindet Mitgefühl mit deren Schicksal.
Von den Ihren verstoßen, schafft Circe sich auf ihrer Insel ein eigenes Reich, mit Kräutergarten, zahmer Löwin und ein paar Schweinen im Stall. Zwar ist der Roman “Ich bin Circe” von antiken Texten inspiriert - so empowernd war der Mythos aber noch nie. Im Leseclub wollen wir über "Ich bin Circe” diskutieren, es wäre toll, wenn die Teilnehmenden das Buch gelesen haben.
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Moderiert von Laura Freisberg (Vorständin bei Frauenstudien München e. V., Journalistin) ).
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Eintritt: frei, Spenden willkommen
Für die Diskussion beim Leseclub wäre es toll, wenn ihr das Buch gelesen hättet. Es ist aber keine Bedingung fürs Dabei-Sein.
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