Die Journalistin Anna Clauß verbringt viel Zeit auf CSU-Parteitagen – als Biografin von Markus Söder und als Bayern-Korrespondentin für Spiegel Online. Außerdem schreibt sie in ihrer Kolumne „Menschenskinder“ über ihren Alltag als Mutter, die Vollzeit arbeitet und sich die Care-Arbeit mit ihrem Mann teilt. In diesen Kolumnen geht es zum Beispiel um die Kita-Misere in München, um die Frage, ob es ok ist, eine “Putzfrau” zu haben und um Zucchini-Puffer vs Fischstäbchen mit Ketchup.
Das schlechte Gewissen der „Egomütter“
Nun ist daraus ein Buch entstanden mit dem Titel: “Mein Mann ist die bessere Mutter – wie ich Wunschfamilie und Traumberuf vereinbare oder es mir zumindest einrede.” Ein ehrlicher und humorvoller Blick auf ihren Alltag, der zeigt, an welchen Stellen es mit der Vereinbarkeit noch nicht so gut klappt und wo es ein gesellschaftliches Umdenken braucht.
Hat Söder jemals einen Kinderwagen geschoben?
Im Gespräch mit Barbara Streidl und Laura Freisberg erzählt Anna Clauß von ihrem verinnerlichten Mutterbild – einer Hausfrau, die Müsliriegel bäckt. Und von ihrer eigenen Familie, in der ihr Mann diesem Klischee viel besser entspricht, als sie selbst. Es geht um Egomütter, die Außenministerin Anna Lena Baerbock und um eine Anekdote über den bayerischen Ministerpräsidenten, der mutmaßlich kaum einen Kinderwagen geschoben hat – als Vater von vier Kindern. Und das im „Familienland Bayern“.
Zum Abschluss hat Anna Clauß noch einen spannenden Buchtip parat – Reinhören lohnt sich!
Weitere Informationen
- Homepage von Anna Clauß
- Anna Clauß‘ Buch „Mein Mann ist die bessere Mutter“ bei Penguin Books
- Interview aus dem Jahr 2015 mit Barbara Streidl zu ihrem Buch „Lasst Väter Vater sein“
Mitmachen bei Frauenstudien München e.V.
Du kannst auch selbst Mitfrau werden und dich aktiv bei unserer Ideenfindung und Programmplanung einbringen. Mitfrau werden ist für dich kostenlos!
Metadaten:
- Produktion: Laura Freisberg und Barbara Streidl
- Illustration (Linolschnitt): Laura Freisberg
- Musik: Lenz Schuster
Spenden:
Geht natürlich – alle Möglichkeiten findet ihr unter “Spenden” hier auf der Frauenstudien-Seite. Vielen Dank!
Ein nettes Buch – mehr nicht
Ich habe etwas mehr erwartet, gebe ich zu. Ja, Anna Clauß ist ehrlich. Sie gibt Einblick in ihren inneren Konflikt als Mutter und vollerwerbstätige Frau. Aber mehr als geteilte Gedanken sind es nicht. Die pädagogische und psychologische Perspektive bleibt flach. Ein Ratgeber zu der Frage „lässt sich Muttersein und berufstätig sein verbinden?“ ist es auch nicht. Die fachliche Einordnung fehlt. Da hilft auch ein Zitat aus einem Fachbuch hier und dort nicht wirklich weiter. Ich hätte schon vorher stutzig werden können, als ich gelesen habe, dass sie eben Journalistin und nicht Pädagogin ist. Mit hilft das Buch nicht mehr weiter, als wenn ich mich mit einer Freundin austausche. Es dient allenfalls genau dazu, nämlich zu erkennen: ich bin mit meinen Fragen nicht allein. Etwas schade.
Hallo Michaela, dein „schade“ ist angekommen – aber genau das, was du beschreibst, ist das, was Anna Clauß liefert. Einen pädagogischen oder psychologischen Rat gibt sie nicht, aber einen sehr ehrlichen Einblick in ihr Leben. Und eben dieses Teilen ist es, was ihre Arbeit stark macht. In Sachen Psychologie oder Pädagogik gibt es andere Bücher, sofort fällt mir zum Beispiel die Arbeit von Patricia Cammarata ein (und Patricia ist Psychologin). Mehr über sie findest du hier: https://dasnuf.de/
Herzliche Grüße zu dir!