Radiotipp: Wie geschlechtergerecht sind wir heute in den Medien?

Frauen schreiben die Nachrichten, reden übers Wetter und inzwischen auch über Fußball. Gleichberechtigung in den Medien? Leider nicht wirklich. Von Print über Hörfunk zu TV und Netz herrschen in den meisten Chefredaktionen immer noch: die Männer.

„Das Bild vom Reporter, der seine Nase irgendwo hat, wo etwas passiert, wo es brennt, wo geschossen wird, wo Menschen aufeinander kommen, das ist immer männlich geprägt gewesen.“ Bascha Mika, Chefredakteurin der Frankfurter Rundschau

Das beklagt auch die Organisation Pro Quote, die sich seit vier Jahren für eine 30-Prozent-Quote in den Führungsetagen der bundesdeutschen Medien einsetzt. Was auch Wirkung zeigt: Giovanni di Lorenzo etwa, Chef der Wochenzeitung Die Zeit, hat auf die Lobbyarbeit von Pro Quote reagiert – in seinen Redaktionen arbeiten auffallend viele Frauen. Pro Quote ist ein nützliches Vehikel, aber nicht das einzige. Vera Schroeder, ehemalige Chefredakteurin von Neon und Nido, ist eine Anhängerin von Doppelspitzen in den Führungsetagen. Ein solches Modell sorgt natürlich auch für Entspannung, wenn es um die Frage von Vereinbarkeit von Beruf und Familie geht – ein Dauerbrennerthema bei vielen berufstätigen Frauen. Die „Skills“, die Frauen zuhause mit ihren Kindern erlangen, helfen ihnen, die Zukunft der Arbeitswelt „weiblich“ zu machen, sagt die Soziologin Christiane Funken in ihrem aktuellen Buch „Sheconomy“: Frauen können auch als Familienmenschen durchaus berufliche Verantwortung übernehmen. Weil sie dafür bestens ausgestattet sind.

In dem Radio-Feature „Das Private ist beruflich – Wie geschlechtergerecht sind wir heute in den Medien?“ von Barbara Streidl am 24. Juli um 22.05 Uhr auf Bayern 2 geht es um die Frage, wie geschlechterspezifisch die Medien im Jahr 2016 sind, wie stark Frauen die Medien prägen und welche Möglichkeiten existieren, um für Gleichberechtigung beim Machen von Funk, Print und TV zu sorgen. Die Sendung gibt es hier zum Nachhören und als Podcast!

Interviewpartnerinnen sind:
Bascha Mika, Chefredakteurin der Frankfurter Rundschau, die Sprachwissenschaftlerin Luise F. Pusch, Vera Schroeder, ehemalige Chefredakteurin von Neon und Nido, Prof. Christiane Funken, Autorin von „Sheconomy“, Magda Albrecht von dem Blog Mädchenmannschaft und Kathrin Buchner, Mitbegründerin von Pro Quote.