Radiotipp: Die afrodeutsche Poetin May Ayim

Auch zwanzig Jahre nach May Ayims Tod klingen viele ihrer Gedichte gegen eine „leberwurstgraue Republik“ traurigerweise ziemlich aktuell. Wir begeben uns auf Spurensuche: Wie wirkt das Schaffen der afrodeutschen Poetin May Ayim nach?

„Ich wünschte ihr, sie hätte miterleben können, dass Obama Präsident der USA geworden ist! Manchmal denke ich: na, was würdest du heut so für Gedichte schreiben. Mit den Geflüchteten und der Angst vor dem Fremden…“ Ika Hügel-Marshall über May Ayim

So schwarz bist du doch gar nicht“ – Die afrodeutsche Poetin May Ayim

Laura Freisberg fragt in ihrem Radio-Feature „So schwarz bist du doch gar nicht“ – Die afrodeutsche Poetin May Ayim: Wer war May Ayim? Wie wirken ihre Arbeit und ihre Texte nach? Was ist in der Zwischenzeit passiert? Ihre Recherche führt sie nach Berlin. Auf der Suche nach Informationen über diese beeindruckende Frau kommen eine ganze Menge anderer beeindruckender Frauen zu Wort, wie May Ayims Weggefährtinnen Katharina Oguntoye und Ika Hügel-Marshall, sowie die jüngeren Autorinnen Natasha Kelly und Anne Chebu.

In ihrer Sendung beleuchtet Laura Freiberg darüber hinaus, wie sich in den letzten Jahren eine gut vernetzte afrodeutsche Community entwickelt hat, und dass Themen wie racial profiling und blackfacing immer noch zu wenig von der gesamten Gesellschaft diskutiert werden.

Die Sendung gibt es hier zum Nachhören und als Podcast!

„Grenzenlos und unverschämt – ein Gedicht gegen die deutsche Sch…einheit

Ich werde trotzdem afrikanisch sein
auch wenn ihr mich gerne deutsch haben wollt
und werde trotzdem deutsch sein
auch wenn euch meine schwärze nicht passt.
ich werde noch einen schritt weitergehen
bis an den äußersten rand
wo meine schwestern sind
wo meine brüder stehen
wo unsere FREIHEIT beginnt
ich werde noch einen schritt weitergehen und
noch einen schritt weiter
und wiederkehren wann ich will
wenn ich will
grenzenlos und unverschämt bleiben.“ May Ayim