Radio-Tipp: Kampf der Prostitution!

Prostitution gilt als das älteste Gewerbe der Welt. Man könne es nicht verbieten, da es sonst unkontrollierbar im Untergrund weiter existieren würde – heißt es. Während die Bundespolitik weiter am neuen Prostituiertenschutzgesetz herumschraubt und eine Verabschiedung nicht in Sicht ist, hat eine süddeutsche Großstadt der Prostitution den Kampf angesagt: Stuttgart – und allen voran der grüne Oberbürgermeister Fritz Kuhn.

Freier sollen dort belangt und öffentlich angeprangert werden, Bordelle geschlossen und Prostituierten der Weg aus dem Gewerbe ermöglicht werden. Anders als an anderen Orten, gibt es in Stuttgart ein Hilfenetz für Ausstiegswillige, das darauf vorbereitet ist, dass die meisten Frauen keinerlei berufliche Alternativen haben und erst einmal mühsam qualifiziert werden müssen.

Großes Vorbild für den rigiden Weg der Landeshauptstadt Baden-Württembergs ist Schweden, wo die Prostitution seit 1999 verboten ist und Freier mit drakonischen Strafen zu rechnen haben. Jutta Prediger berichtet im Notizbuch „Nah dran“ vom 23. Februar 2016 auf Bayern 2 über den neuen Stuttgarter Kurs in den Rotlichtvierteln, aus dem Café „La Strada“, wo ausstiegswillige Prostituierte vom „Plan P“ erfahren, aus dem Rathaus, wo Kampagnen und Konzepte zusammenlaufen und aus der Landesregierung, mit einer Sozialministerin, die Prostitution am liebsten sofort abschaffen würde.

Kampf der Prostitution! – Wie Stuttgart das Gewerbe in die Schranken weist
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