Lesung & Diskussion: „Wir Kinder der Gewalt“

Wie Frauen und Familien bis heute unter den Folgen der Massenvergewaltigungen bei Kriegsende leiden 

Alle vier Besatzungsmächte verübten am Ende des Zweiten Weltkriegs massenhaft Verbrechen an deutschen Frauen. Die Opfer dieser sexuellen Kriegsgewalt rangen oft ein Leben lang mit seelischen Problemen. Kinder, die aus Vergewaltigungen hervorgingen, wurden mit einer Erbschuld geboren. Familien litten vielfältig – und zum Teil bis heute – unter der belastenden Vergangenheit.

Die Begegnungen mit fünf Kindern von Vergewaltigungsopfern sowie deren Nachkommen hat Miriam Gebhardt in ihrem neuen Buch zum Thema gemacht. Anschaulich unterfüttert sie die Fallbeispiele mit historischen Hintergrundinformationen, aktuellen Erkenntnissen, u. a. aus der Traumaforschung, sowie Reflexionen zur Rolle von Frauen und Kindern in der Nachkriegsgesellschaft. Die Historikerin zeigt auf, wie die sexuelle Gewalt der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die Gegenwart hineinwirkt und erweitert die deutsche Nachkriegsgeschichte von Tätern und Opfern um eine wichtige Perspektive.

»Dieses Buch über ein düsteres Kapitel dieser Gesellschaft überzeugt durch die souveräne Verbindung von individueller und allgemeiner Geschichte, von Originalton der Betroffenen und historischem Wissen.«
(ORF „Kontext“, 02. August 2019)

Lesung und Diskussion

An dem Abend liest die Sprecherin Katja Schild aus dem Buch und Miriam Gebhardt erläutert die Einzelschicksale. Unter Moderation unserer Vorständin Barbara Streidl besteht viel Raum für Austausch mit der Autorin.

 

Mehr zur Autorin und Rezensionen des Buchs

Miriam Gebhardt ist Historikerin, Journalistin und Autorin von „Wir Kinder der Gewalt“, des Bestsellers „Als die Soldaten kamen“ und „Die Angst vor dem kindlichen Tyrannen. Eine Geschichte der Erziehung im 20. Jahrhundert“. Aktuell ist sie zudem außerplanmäßige Professorin für Geschichte an der Universität Konstanz.


Gut zu wissen:

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem NS-Dokumentationszentrum München, dem BayernForum der Friedrich-Ebert-Stiftung, dem Literaturhaus München und der Deutschen Verlags-Anstalt (DVA) statt.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich und der Eintritt ist frei!

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